Verstehen, was passiert

Ich arbeite kognitiv-verhaltenstherapeutisch sowie trauma- und biografiesensibel. Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist die Psychoedukation: Wer besser versteht, was psychisch und körperlich geschieht, kann das eigene Erleben häufig besser einordnen und neue Handlungsmöglichkeiten entwickeln.


Wer lange mit Belastung gelebt hat, beginnt in der Therapie nicht bei null. Meist gibt es bereits viel Wissen darüber, was hilft, was Kraft kostet und wie schwierige Situationen bisher bewältigt wurden. Dieses Erfahrungswissen ist ein wichtiger Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit.


Beobachten

In Situationen entstehen häufig sehr schnell Gedanken und Bewertungen, die selbstverständlich und wahr erscheinen. Wir werden diese automatischen Gedanken genauer betrachten.

Gerade wenn eine Situation überwältigend oder undurchsichtig erscheint, kann es helfen, sie zunächst in kleinere Zusammenhänge zu gliedern:

Was ist passiert? Was ging mir durch den Kopf? Was habe ich gefühlt? Wie habe ich reagiert? Und welche Folgen hatte das?

Dadurch können wiederkehrende Muster sichtbar werden und erste konkrete Ansatzpunkte für Veränderung entstehen.


Einordnen

Nicht jede Belastung lässt sich durch veränderte Gedanken, mehr Resilienz oder bessere Selbstfürsorge lösen. Psychische Beschwerden entstehen nicht losgelöst von den Bedingungen, unter denen Menschen leben.

Deshalb betrachten wir auch, welche Rolle Arbeits- und Lebensbedingungen, Beziehungen, soziale Rollen, biografische Erfahrungen oder gesellschaftliche Erwartungen spielen.

Dabei geht es um eine wichtige Unterscheidung: Wo tragen eigene Bewertungen und Verhaltensmuster zur Belastung bei – und wo sind psychische Beschwerden eine nachvollziehbare Reaktion auf belastende Bedingungen?

Therapie bedeutet für mich deshalb nicht, Menschen möglichst gut an bestehende Anforderungen anzupassen. Sie kann auch dabei unterstützen, zu erkennen, welche Bedingungen verändert, welche Grenzen neu gesetzt und welche Anforderungen vielleicht nicht länger erfüllt werden müssen.


Erproben & Nachjustieren

Therapie findet nicht nur während der Sitzung statt. Neue Perspektiven und Verhaltensweisen können zunächst in einem überschaubaren Rahmen entwickelt und anschließend im Alltag erprobt werden.

Die Erfahrungen daraus werden gemeinsam ausgewertet:

Was hat funktioniert? Was nicht? Was war unerwartet schwierig? Was hat entlastet?

Auf dieser Grundlage kann die weitere Arbeit immer wieder angepasst werden.


Regulation

Neben Gespräch und Psychoedukation vermittle ich unterschiedliche Regulations- und Entspannungsverfahren. Gemeinsam schauen wir, welche davon zur jeweiligen Person und Situation passen und sich tatsächlich in den Alltag integrieren lassen.

Durch meinen Hintergrund in der Bildenden Kunst können bei Bedarf auch gestalterische und erfahrungsorientierte Methoden einbezogen werden. Dabei geht es nicht um künstlerisches Können oder darum, möglichst viel „fühlen“ zu müssen. Gestaltung kann helfen, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu unterbrechen, Wahrnehmungen sichtbar zu machen und neue Erfahrungen anschließend gemeinsam zu reflektieren.


Rhythmus der Sitzungen

Der Abstand zwischen den Sitzungen richtet sich nach Anliegen und aktueller Belastung.

Bei akuter Erschöpfung oder hohem Stabilisierungsbedarf können zunächst wöchentliche Termine sinnvoll sein. Hier stehen Entlastung, Orientierung und unmittelbar anwendbare Strategien im Vordergrund.


In einer weiterführenden Prozessbegleitung können Sitzungen beispielsweise im Abstand von zwei Wochen stattfinden. Die Zeit dazwischen bietet Raum, Veränderungen im Alltag zu erproben und Erfahrungen für die weitere Arbeit zu sammeln.



Für klar umrissene Anliegen kann auch eine punktuelle psychologische Beratung sinnvoll sein, ohne dass daraus ein längerer Therapieprozess entstehen muss.